03.11.2010Developers Shame Day: BB-Code selbstgemacht

Developers Shame Day

Via Twitter (weiss leider nicht mehr wer das geschrieben hat) bin ich auf einen Artikel vom php hacker gestossen, wo er dazu aufruft heute am “Developers Shame Day” mitzumachen und alte Codeschnippsel von sich zu posten: Beispiele von schlechtem Code für die man sich heute schämen sollte.

Einserseits um zu zeigen, dass jeder mal angefangen hat schlechten Code zu schreiben und allgemein sich einzugestehen, dass Fehler nun mal passieren und man selbst und vielleicht sogar andere davon profititieren können. Da mach ich gerne mit.

Das Stück Code das ich vorstellen möchte ist PHP-Code, welcher auf einer meiner alten Pages gelaufen ist. Jeder kennt ja die BB-Codes um Artikel oder Kommentare mit Formattierungsinformationen anzureichern. Ich habe meinen eigenen “Parser” dafür geschrieben, welcher die Codes in entsprechendes HTML umgewandelt hat.

Hier ein Auszug: Pastie-Link

Die Idee dahinter war einfach, es gibt 2 Arten von Codes:

  • ohne Parameter wie z.B. Bold, also [b]fetter Text[/b]
  • mit Parametern wie z.B. URL, also [url=http://www.readmore.ch]Meine Webpage[/url]

Die parametrierbaren Codes erhielten im Anfangsarray den Text “!!REPLACER!!” welche dann anschliessend ersetzt wurde. Das mag ja alles noch gehen, wenn auch sich solche ein Parser mit Regular Expression um einiges schöner schreiben liess.

Wirklich stolz bin ich auf Zuweisungen à la “s” =\> “\<s\>”, “h1” =\> “\<h1\>”, wo sich mir heute die Nackenhaare aufstellen. Typisch war auch die schlechte Namensgebung der Variablen (anz oder sub/newsub) sowie die auskommentierten Stellen (“man weiss nie für was das mal noch gut sein kann”).

03.11.2010Kino: Länger Leben

Länger
Leben

Gestern war der grosse Premierenabend im corso des Schweizer Films Länger Leben von und mit Lorenz Keiser. Dabei geht es um Max Wanner (gespielt von Matthias Gnädinger) und Fritz Pollatschek (Nikolaus Paryla), welche beide krank sind und jeweils ein Organ brauchen. Da leider derzeit keine passenden Organe vorhanden sind, schlägt der ballettverliebte Dr. Schöllkopf (Lorenz Keiser) einen Deal vor: die beiden Herren versprechen sich gegenseitig ihr Herz bzw. ihre Leber, wer länger lebt, bekommt das Organ des anderen.

Das ganze wird sehr ulkig und leicht präsentiert, die zwei “Alten” sind eine Glanzbesetzung. Neben der Hauptgeschichte ergibt sich noch eine Verstrickung mit der Mafia (welche natürlich mit Organen handelt) und etwas Liebe muss auch noch sein, dafür sorgen Leonardo Nigro als depressiver Luigi, Thomas Müller als Sohn von Wanner und Assistenzarzt von Dr. Schöllkopf und natürlich die schöne Schwester Jasmin (Yangzom Brauen).\ Das ganze Setting stimmt einfach: sei es der spezielle Catering-Service Methusalem, die bösen Mafiosi (Zdenko Jelcic, Jarreth J. Merz und Shpend Salihu) oder die Psychologin Sabine (Laura de Weck). Langweilig wird der Film nie, und das bei doch stolzen 104min Laufzeit.

Der Film hat wohl eine etwas wirre Vorgeschichte, da komplett auf Fördergelder verzichtet werden musste. Das Budget von ca. 700’000 CHF ist dementsprechend nicht sehr hoch. Der Film ist durch private Investoren und einige Sponsoren zustande gekommen (welche z.T. durch lustige Produktplatzierungen im Film auffallen).

Fazit: Wieder einmal eine sehr zu empfehlende Schweizer Komödie. Trotz Low-Budget wurde ein qualitativ hochstehender Film gedreht. Anschauen!

05.10.2010Linux Install-Event vom alt.comp.hsr

Linux
Install-Event

Gestern war wieder einmal der alljährlich stattfindende Linux Install-Event, bei welchem wir vom alt.comp.hsr die neuen Studenten der HSR in die wunderbare Linux-Welt einführen. Bislang hielt sich der Ansturm bei solchen Veranstaltungen arg in Grenzen, nicht so gestern.

Schon als wir um 15.00 Uhr das Zimmer öffneten waren dort die ersten drei Studenten, welche einige Linux-Fragen an uns hatten. Wir hatten schlussendlich ca. 15 Studenten zu Gast welche uns mit unterschiedlichsten Fragen auf Trab hielten. Die meisten waren dank unserem Wiki schnell und einfach zu beantworten für andere wurden man-Pages und das gute alte Internetz zu Hilfe genommen.

Alles in allem ein gelungener Anlass, der gezeigt hat, dass das Interesse an Linux vorhanden ist und vor allem auch das Bedürfnis nach einem Ort, an dem man einfach Fragen stellen kann.

04.10.2010Fazit des Zurich Film Festivals 2010

Zurich Film Festival

Jetzt ist es schon wieder vorbei, das Zurich Film Festival. Die Limmatstadt hat über 70 Filme gezeigt, zwölf davon habe ich gesehen. Dabei gab es einen bunten Strauss von Filmen, die meisten sind nicht miteinander zu vergleichen.

Folgende Filme habe ich besucht (Links zu meinen Blogposts):

  1. Pieds nus sur les limaces
  2. The Joneses
  3. Der letzte schöne Herbsstag
  4. Hugh Hefner: Playboy, Activist and Rebel
  5. Shorts from Down Under (Kurzfilme)
  6. Tamara Drewe
  7. R
  8. Van Diemen’s Land
  9. Catfish
  10. Machete
  11. Monogamy
  12. Blue Valentine

Zu meinen Favoriten gehören sicherlich Machete, R und Catfish. Speziell zu erwähnen ist noch die Auswahl der Kurzfilme aus Australien, welche echt phänomenal waren. Ich habe das Gefühl ich sollte dieses Jahr auch noch an die Winterthurer Kurzfilmtage gehen.

Ich freue mich bereits auf das nächste Festival, auf die Atmosphäre und die Q&A’s mit den Schauspielern und den Regisseuren. Speziell fand ich dieses Jahr auch die Begleitung des Festivals durch den offiziellen Twitter-Account, sowie die vielen Leute die mit dem Hashtag #ZFF2010 getwittert haben. Ich habe noch eine Twitter-Liste erstellt mit allen die irgendwie mit dem Festival zu tun haben (Besucher, Filmschaffende etc.).

Bis nächstes Jahr!

04.10.2010ZFF 2010: Blue Valentine

Blue Valentine

Blue Valentine hat meinen persönlichen Abschluss des Zurich Film Festivals besiegelt. Der Film erzählt zwei parallel erzählte Geschichten eines jungen Paares - Dean und Cindy - wie sie sich kennen gelernt und geheiratet haben und 5 Jahre später als ihre Ehe bereits tief in der Krise steckt.

Die Krise wird sehr real dargestellt, unterschwellige Konflikte brechen immer wieder auf, auf Ablehnung folgt Anziehung. Es ist nicht einfach ein plumper Streit, es wird eine grosse Bandbreite gezeigt, mit der ganzen Komplexität einer Beziehung. Es gibt eben noch sehr viel zwischen erkalteter und aufflammender Liebe.

Trotzdem werden teilweise arge Klischees bedient, Dean wird vom Ex-Freund von Cindy verprügelt, jedoch kommt dies nachher nicht mehr zu Sprache. Natürlich kommt dann auch noch der Alkohol dazu. Schade eigentlich, der Film hätte auch so genug zu bieten gehabt.

03.10.2010ZFF 2010: Monogamy

Monogamy

Monogamy handelt von Theo, einem Fotografen, mit einer verrückten Idee: Er entwickelt ein Konzept namens Gumshot. Dabei wird ein Kunde zu einer ausgemachten Zeit “heimlich” fotografiert, so dass Bilder entstehen, welche nicht gestellt sind oder eine Person spezielle Posen einnimmt. Der Fotograf gibt sich dabei explizit nicht zu erkennen, sondern verhält sich eher wie ein “Stalker”.

Theo ist mit Nat verlobt, die beiden wollen in Kürze heiraten, alles scheint perfekt. Als Theo aber einen Gumshot-Auftrag von einer Kundin namens Subgirl (Meital Dohan) bekommt, wird das zu seiner Obsession. Er fotografiert sie heimlich beim Sex in der Öffentlichkeit, was ihn offensichtlich anregt. Er kann fast nicht mehr davon lassen, ist das ganze noch Arbeit?

Die Beziehung wird durch seine Besessenheit stark belastet, was von den zwei Hauptdarstellern Chris Messina und Rashida Jones sehr eindrücklich vermittelt wird. Dieses Beziehsdrama ist sehr spannend und lässt einem so schnell nicht los.

02.10.2010ZFF 2010: Machete

Machete

Ach was habe ich mich auf diesen Film gefreut: Zum einen natürlich weil ich für diesen Film vom Zurich Film Festival eingeladen wurde, als Dankeschön für meine Tweets über das Festival. Dafür nochmals herzlichen Dank, fand ich eine super Geste! Zum anderen natürlich weil ich Rodriguez-Filme einfach liebe. Einfach herrlich trashig, mit viel Blut und Gewalt, witzigen Anspielungen und coolen Sprüchen ("Machete don’t text").

Ich wurde denn auch nicht enttäuscht: Es gab jede Menge Blut, skurrile Aktionen und herrliche Sprüche. Natürlich dürften auch die Frauen nicht fehlen (welche entweder als Krankenschwestern, in Lack und Leder oder ganz nackt zu sehen waren).\ Der Film wartet mit vielen Stars auf in nicht immer typischen Rollen (z.B. Robert De Niro als texanischer Senator). Machete (gespielt von Danny Trejo) ist ein wortkarger, macheten-schwingender Übermensch, der immer weiss was zu tun ist. Ideal für diesen Streifen.

Daneben lehrt der Film wie man mit einer Machete Auto fährt, wie man sich schnell und einfach aus einem Gebäude abseilt oder wie man von einem “Ave Maria” begleitet eine Kirche zerstört.

Genial!

02.10.2010ZFF 2010: Catfish

Catfish

Der Dokumentarfilm Catfish ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert: Er erzählt eine sehr persönliche Geschichte und das gleich von zwei Seiten. Es geht um die virtuelle Identität in Zeiten von Facebook, Youtube & Co. und trifft damit genau den Nerv der Zeit. So fällt es natürlich auch nicht schwer sich mit den Protagonisten zu identifizieren.

Der Film zieht einem von Anfang an in seinen Bann. Die Geschichte beginnt damit, dass die 8-jährige Abby ein Foto von Nev abzeichnet und ihm davon auf Facebook berichtet. Nev schickt von da an regelmässig Bilder zu Abby, welche diese dann zeichnet. Daneben freundet sich Nev mit Abbys Schwester Megan an - natürlich virtuell via Facebook - und beginnt mit ihr zu flirten. Als sich gerade eine Gelegenheit ergibt, beschliesst Nev die ganze Familie, allen voran natürlich Megan, zu besuchen. Dabei ändert sich die Geschichte völlig und alles bisherige erscheint in einem neuen Licht.

Das spezielle daran ist, dass der Filmemache Ariel Schulman (zusammen mit Henry Joost) seinen Bruder Nev begleitet und damit eine sehr vertraute Stimmung herrscht. Ein eindrückliches Stück Film, welches genau die Richtige Mischung aus Nähe und Distanz findet und mit sehr charismatischen Personen aufwartet. Sehr zu empfehlen!

29.09.2010ZFF 2010: Van Diemen's Land

Van Diemen's
Land

Van Diemen’s Land spielt im Jahre 1822. Es geht um eine Gruppe von Häftlingen, welche von einer Strafkolonie flüchtet, direkt in das unwegsame Land hinein. Schon nach kurzer Zeit geht der Gruppe die Nahrung aus, und so beschliessen sie einen der Ihren zu töten, um so Nahrung zu beschaffen.

Soweit so gut: Die Story ist krass und das ganze fährt ein. Jedoch passiert dann genau das gleiche noch X-mal. Irgendwann ist es fast langweilig. Es wechseln sich die immer gleichen Bilder ab: schöne Landschaften durch die am Tag gelaufen wird, am Abend ist die Gruppe jeweils am Lagerfeuer, und je nach Hunger wird dann einer getötet. Das geht eigentlich so weiter, bis nur noch einer, Alexander Pearce, übrig ist.

Der Film ist nur für absolute Fans der brachialen Gewalt, welche gerne Menschen in Extremsituationen beobachten wollen.

29.09.2010ZFF 2010: R

R

R hat mich gefesselt: stimmungsvolle Bilder des tristen Gefängnisalltags, dazu der Sound, der einfach durchdringend ist. Es herrscht den ganzen Film durch eine spürbare Anspannung, die Ungewissheit von Rune, der Hauptperson, überträgt sich auf den Zuschauer.

Der Film ist zum Teil sehr brutal, jedoch geht es nicht darum, geschundene Körper zu zeigen: es wird gerade so viel gezeigt, dass man ganz genau versteht was passiert, ohne jedoch lange in der Grossaufnahme zu bleiben. Allgemein sind die Szenen sehr lange, mit wenigen Schnitten. Die Wirkung davon ist krass. 5 Sekunden lang einen leeren Raum zu zeigen, kann sehr viel transportieren.

Die Spannungen zwischen den Insassen sind fast nicht zum aushalten. Die Grenzen zwischen Freund und Feind sind sehr fliessend und können sich blitzartig ändern.

Der Film bekommt in der zweiten Hälfte eine für mich unerwartete Wendung, welche auch den Titel “R” nochmals in einem neuen Licht erscheinen lässt.

Wer auf dunkle, atmosphärische Filme steht, darf “R” nicht verpassen.