24.09.2010

Pieds nus sur les limaces (Lily Sometimes)

Mein persönlicher Eröffnungsfilm Pieds nus sur les limaces (Lily Sometimes) (gleichzeitig auch tatsächlich zeitlich der erste Film des Festivals) war etwas zwiespältig.

Die Geschichte ist relativ schnell erzählt: aufgrund des plötzlichen Todes der Mutter werden die ungleichen Schwestern Clara (Diane Kruger) und Lily (Ludivine Sagnier) wieder zusammengeführt. Lily ist die Verrückte, hat ein Faible für tote Tiere und deren Felle und lebt allein auf dem Land. Clara hingegen ist die Brave, Angepasste, mit dem “normalen” Leben, sie fühlt sich verantwortlich und will auf ihre Schwester aufpassen.

Die zwei Frauen tasten sich aneinander an, jedoch dauert das alles viel zu lange. Der Film hat etliche Längen und geht wegen den zu oft verwendeten Klischees manchmal fast ein bisschen auf die Nerven. Der Zuschauer merkt auch so, dass Lily speziell ist, dafür muss sie nicht andauern billig angezogen durch den Wald laufen und Puppen verstückeln. Die Dialoge hingegen sind super, Lily verhält sich hier sehr kindlich und sagt was sie denkt, das sorgt auch für den einen oder anderen Lacher.

Gegen das Ende wird der Film dann richtig spannend und erzählt endlich auch eine gute Geschichte. Das Finale ist dann aber wieder misslungen, wird doch wieder zu sehr auf heile Welt und “Happy End” gesetzt. Dass in der Schlussszene die beiden Schwestern in einem aus der Wiese gepflückten Herz liegen, ist dann definitiv zu viel des Guten.

Alles in allem war es ein gelungener Einstand, sehr Schade war die Regisseurin nicht anwesend, sie hätte vielleicht die eine oder andere aufgetauchte Frage beantworten können.



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